Trendbüro
Vom „Always-On“ zum „Always-In-Touch“
01. Juli 2010 | « Zurück | Vor »
Das Smartphone bringt das mobile Internet auf die Überholspur. Innerhalb von nur 40 Jahren sind Computer vom Rechenzentrum auf Hosentaschengröße geschrumpft – und trotzdem leistungsfähiger denn je. Durch verlässliche Netzabdeckung mit schnellen Übertragungsraten, verbesserte Usability und sinkende Kosten sind einstige Barrieren überwunden: Die Geräteverbreitung steigt – und damit auch die Nutzung. Die Tragweite dieser Entwicklung durchdringt sämtliche Lebensbereiche. Die Art, wie wir kommunizieren, interagieren und konsumieren, verändert sich drastisch. „Always-On“ als Maxime der 2000er Jahre wird zum „Always-In-Touch“.
Die Welt geht smart: Das Smartphone auf Erfolgskurs
Internet und Handy haben einen festen Platz in unserem Leben eingenommen. Im Smartphone verbinden sich nicht nur diese beiden Technologien nahtlos, sondern auch die erlernte Handy- und Internetkompetenz der Nutzer. Berührungsempfindliche Displays schaffen eine neue Intimität der Interaktion. Das Gerät tritt in den Hintergrund und lässt den Nutzer allein auf die Inhalte fokussieren. „Always-In-Touch” wird das Internet zum anfassbaren Erlebnis. Diese vollkommene Akzeptanz der Technik eröffnet die Potenziale der Online-Möglichkeiten für den Alltag: Wir nähern uns einer Epoche, in der wir immer und überall im Netz sein können. Heute besitzen elf Prozent der Deutschen ein Smartphone, 2012 wird fast jeder vierte Deutsche einen solchen mobilen Alleskönner besitzen. Fast zwei Millionen Deutsche surfen jetzt schon täglich mobil, 2012 wird es jeder zehnte sein. Das Internet wird hosentaschenkompatibel und damit zum ständigen Begleiter.
“Always-In-Touch”: Das Mindset einer mobilen Welt
Wo Mobiltelefone längst fester Bestandteil eines flexiblen Lebensstils geworden sind, potenzieren Smartphones die Möglichkeiten. Die Gewissheit, zu jeder Zeit und an jedem Ort über alle digitalen Kanäle flexibel und dynamisch agieren zu können, schafft ein neues Lebensgefühl und verändert die Nutzungsroutinen. 49 Prozent der Smartphone-Lead-User, die das mobile Internet bereits fast täglich nutzen, beziehen nützliche Alltagsinformation schon primär über ihr mobiles Endgerät. Für sie gibt es keine Unterscheidung zwischen stationärem und mobilem Internet mehr. Man geht nicht mehr ins Internet, man ist einfach im Internet. Immer und überall. „Always-On“ ist die technische Grundlage des Mindsets, „Always-In-Touch“ die soziale Konsequenz.
Smartphones sind Enabler: Sie befähigen die Nutzer orts- und zeitunabhängig, das Gewünschte einfach und schnell zu erreichen, egal ob Information, Kommunikation, Entertainment oder Shopping. Der einfache Zugang zu ständig verfügbaren Online-Angeboten bereichert den Alltag und bietet neue Formen nutzerbezogener Effizienz. Als digitales „Schweizer Taschenmesser“ bietet das Smartphone dem Nutzer die Qualitäten von Wohnzimmer oder Büro, ganz nach Bedarf. Diese Flexibilität überzeugt: 95 Prozent der Smartphone-Nutzer sehen im mobilen Internet persönliche Vorteile. Vorausschauende Planung wird durch Ad-hoc-Entscheidungen ersetzt. Entscheidungsfähigkeit heißt in Zukunft, situativ die benötigten Informationen schnell und zuverlässig abrufen zu können. Zugangswissen wird mindestens genauso wichtig wie Faktenwissen.
Das Smartphone passt sich exakt den Präferenzen seines Besitzers an. Es bündelt verschiedene Funktionen, Inhalte und Kanäle in einem einzelnen Endgerät. Neben SMS und Telefonie ermöglicht es alle Formen der Internetkommunikation. Die Nutzung von Chat, Mail und sozialen Netzwerken zusammengenommen macht bei den Lead-Usern mit 29 Prozent mittlerweile schon einen höheren Anteil als die klassische Telefonie (22 Prozent) aus. Die Bühne der Kommunikation wandelt sich. Getrieben durch die steigende Bedeutung sozialer Netzwerke ergänzen Statusupdates oder Pinnwandeinträge diskret-persönliche one2one-Kommunikation um das Prinzip der kontinuierlichen one2many-Kommunikation. Offene Kommunikation generiert mehr Feedback, definiert soziale Rollen und demonstriert Persönlichkeit. Man steht ständig mit seinem Netzwerk in Verbindung. Die Option kann zur Obsession werden, wenn das Gefühl, etwas im Online-Leben zu verpassen, den Nutzer alle paar Minuten einen Blick auf das Display werfen lässt. Die Konsequenz des ständigen Verbunden-Seins: 48 Prozent der Lead-User haben bei ausgeschaltetem Gerät Angst, etwas zu verpassen. Wer „Always-In-Touch” lebt, befindet sich kontinuierlich im Datenflow.
Die Herausforderung besteht zunehmend darin, den stetigen Fluss an Informationen bewusst zu kontrollieren. Zum einen, um die eigene Privatsphäre und den Kontext, in dem die Informationen platziert werden, selbstbestimmt zu gestalten. Zum anderen, um das Maß an Input auf ein verarbeitungsfähiges Niveau herunterzubrechen.
Apps können dabei als Katalysator fungieren – sie machen den Zugriff auf den Datenflow aufwandslos. „Apps bieten momentan die Möglichkeit, zielgerichtet und ohne Umschweife ans digitale Ziel zu gelangen. Die technische Oberfläche verknüpft permanenten Zugang mit der Möglichkeit, ständig auszusteigen.“, so Peter Wippermann, Gründer des Trendbüro, im Experten-Interview. Als Mini-Programme haben sie in Form kleiner bunter Icons die Smartphones auf ihrem Siegeszug unterstützt. Als One-Click-Solutions bieten sie einen einfachen Zugang und gleichen technische Beschränkungen, wie z. B. die geringe Bildschirmgröße oder lange Ladezeiten beim mobilen Browsen, durch Komplexitätsreduktion aus. Der Zugriff auf das Internet fügt sich nahtlos in den Tagesablauf ein. Ob Apps auch künftig die Nase vorn haben werden, hängt von den Alternativen ab. Was zählt, sind intuitive Bedienung, Geschwindigkeit und Einfachheit. Entscheidend ist also die Usability: Aufwandslosigkeit, Geschwindigkeit und Praktikabilität werden entscheiden, wie man künftig zu digitalen Inhalten gelangt. Erfolg hat, wer die mobilen Inhalte leicht navigierbar verfügbar macht. Denn schlecht gemachte Apps oder unzulängliche Optimierung von Webseiten für die mobile Nutzung lassen kein Flow-Gefühl aufkommen und führen nicht selten zum enttäuschten Abbruch des Prozesses.
E=M-Commerce: Convenience und Control für aller Phasen des Kaufprozesses
Im gleichen Maße, wie E-Commerce den Versandhandel revolutioniert hat, beginnt mit M-Commerce eine neue Ära für den Handel. Wer mobil surft, möchte auch M-Commerce ganz selbstverständlich nutzen können. Mit der Unterscheidung zwischen mobilem und stationären Internet verschwindet gleichzeitig der Unterschied zwischen E- und M-Commerce. Dies erfordert mittel- und langfristig, dass Inhalte und Services nicht nur abrufbar, sondern mobil nutzbar gemacht werden. Besonders das stark verkleinerte Display ist dabei eine Herausforderung. Neben diesen Problemen bietet die mobile Nutzung aber auch Chancen für den Handel: Gut funktionierende Apps können den Einkauf zu einem unverwechselbaren Erlebnis machen. Der mobile Mehrwert entsteht, wenn Ort und Zeit der Nutzungssituation einbezogen werden.
In der Inspirationsphase kann der Anwender mittels Geo-Locating, Augmented Realtity-Funktionen und Realtime-Anwendungen situationsspezisch abgeholt werden, bei denen in Echtzeit mit dem Nutzer interagiert wird. Das Abwägen über Vor- und Nachteile bestimmter Produkte in der Evaluationsphase geschieht immer häufiger unter Berücksichtigung von Preis- oder Produktvergleichsseiten im Internet. 80 Prozent aller Smartphoner nutzen diese Möglichkeit der Meinungsbildung über das mobile Internet. Mobile Payment kann als einfaches und transparentes Bezahlsystem die Kaufphase unterstützen. Im Bereich des After-Sales bietet das Smartphone einen direkten Draht zum Kunden an. Spezielle Tracking-Apps machen beispielsweise transparent, wo sich die bestellte Ware wann befindet. Zudem kann sich die Strahlkraft zufriedener Kundenrezensionen positiv auf das Image der Marke an sich auswirken. Die digital verbreitete Meinung nach dem Kauf kann wiederum für anderer Kunden zum Einfluss vor dem Kauf werden. Smartphones haben also das Potential, einen lückenlosen Übergang der einzelnen Phasen des Kaufprozesses herzustellen und so für den perfekten Flow zu sorgen.
GO SMART 2012
Das Smartphone wird zum zentralen Element des Echzeit-Webs, die neue digitale Realität wird gelebt, wo auch immer sich ihre Protagonisten befinden. Für Smartphone-Nutzer wird der permanente Zugang zum digitalen Datenstrom normal, sie fordern einfachen Zugang zu mobil-optimierten Angeboten, die sie auf Wunsch kontinuierlich und schnell auf dem Laufenden halten. Der Instant-On-Charakter des mobilen Endgeräts macht das Internet zum selbstverständlichen Nebenbei-Medium. Die situative Nutzbarkeit formt den mobilen Mehrwert für seine Nutzer und verändert gleichzeitig Ansprüche und Nutzungsgewohnheiten. Wer diese Vorteile nutzt und seine Angebote den Anforderungen des Smartphones anpasst, kann integrierte M-Commerce-Erlebnisse schaffen und so durch den Realtime-Faktor Mehrwert generieren.
Die vollständige Studie „GO SMART 2012: Always-In-Touch“, die Trendbüro zusammen mit TNS Infratest für die Otto Group und Google durchgeführt hat, finden Sie hier kostenlos zum Download.

[...] hier schon erwähnte “The internet: Everything you ever need to know” geschrieben hat. http://www.trendtag.de/blog/trendburo-go-smart-studie/ - Trendbüro und TNS Infratest haben für die Otto Group und Google eine Studie zum mobilen [...]